Schau.Fenster

Im März 2006 wurde in Klagenfurt ein Einkaufszentrum – die City Arkaden – eröffnet. Es handelte sich um die erstmalige Konzeption eines Innenstadt-Einkaufszentrums in Österreich.Als Argument für dessen Verwirklichung führten die Befürworter des Projektes an, dass auch der Innenstadtbereich von der Kundenfrequenz des Einkaufszentrums profitieren werde.
Bereits während der Planung und des Baues gab es aber auch Widerstand seitens der Bevölkerung und von einem Teil der Kaufleute. Unmittelbar nach der Eröffnung der City Arkaden begann das Aussterben großer Teile der Innenstadt. Statt Kundenfrequenz und Belebung der Innenstadt ist nun das Gegenteil der Fall. Viele Geschäfte mussten schließen, die unzähligen leerstehenden Geschäfte mit ihren Schaufenstern verwahrlosen.

Die Einkaufsstraßen erinnern seither eher an eine Geister- als an die Landeshauptstadt. Versuche der Belebung und/oder Behübschung durch die Politik scheitern regelmäßig.
Ich begann deshalb das Aussterben der Klagenfurter Innenstadt zu dokumentieren. Aufgenommene Erinnerungen, Eindrücke und Erfahrungen wurden folglich auf Film gespeichert. Durch die materielle Speicherung, soll das Aussterben der Klagenfurter Innenstadt festgehalten werden.
Den Zugang zur Wirklichkeit bilden unsere Vorstellungen und Darstellungen. Wir stellen uns Wirklichkeit in Bildern vor und reflektieren Wirklichkeit in Begriffen. Aus diesem Grund war mein künstlerisches Stilmittel die Abstraktion/Verfremdung und Zensur um einen starken optischen Eindruck zu vermitteln.
Weiters spiele ich durch den Siebdruck auf Glas mit dem Verdoppelungseffekt der Schaufenster bzw. wird es möglich hinter diese zu Blicken. Der Träger der künstlerischen Idee bestimmt die Aussage mit  . Schwarze Flächen ersetzen auf den Bildern die Schaufenster im öffentlichen Raum und sollen im Betrachter die Frage wecken, was sich wohl dahinter verbirgt.
Neben der inhaltlichen und bildlichen Ebene spielt die Symbolik der Farben in dieser Arbeit eine große Rolle. Zwei Farben – Schwarz und Rot – werden flächig und plakativ eingesetzt. Die Farbe Schwarz steht für eine Abwesenheit (u.a. von sichtbarem Licht) und gilt in unserem Kulturkreis als Symbol für den Tod und die Trauer. Auch als Zeichen für ein Verbot ist uns der schwarze Balken bei der Zensur ein Begriff. Zusätzlich wird die Farbe Rot als Signalfarbe, als Farbe der Aggressivität und Wut bzw. als Farbe des Blutes eingesetzt. Rot hat aber auch positive Assoziationen wie Energie und Aktivität.

Letztlich entstehen aber  Interpretationen und Assoziationen erst im Betrachter selbst.

Siebdruck auf Glas, 13 x 18 cm
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